Ugo Celada da Virgilio (Borgo Virgilio 1895 – Varese 1995), Lagunen, 1950er Jahre.
Öl auf Holz, 74x64 cm.
Unten links signiert „UGO CELADA DA VIRGILIO“.
Das Gemälde zeigt eine Ansicht von Venedig mit einem Boot im Vordergrund und der Insel San Giorgio im Hintergrund. Die Farben sind, wie für Celadas Stil typisch, sehr lebendig: Das Rot des Bootssegels fesselt die gesamte Aufmerksamkeit. Ein intensives Licht erhellt die Szene: Der weiße Stein der Fassade der Basilika reflektiert das Sonnenlicht und bildet einen schönen Kontrast zum roten Segel. Der Malstil ist Celadas ganz persönlicher Stil, inspiriert vom Magischen Realismus, aber mit Tendenzen zur deutschen Neuen Sachlichkeit.
Die Besonderheit dieses Bildes liegt auf der Rückseite: Der Künstler malte auch diese Seite mit einem Damenporträt, wodurch das Bild zu einem doppelten Gemälde wurde, auf Vorder- und Rückseite.
BIOGRAPHIE
Celada wurde am 25. Mai 1895 in Cesere di Virgilio in der Provinz Mantua geboren. Schon als Kind begann er sich für Kunst zu interessieren, trotz der gegenteiligen Meinung seines Vaters. Seine Ausbildung begann er an der Kunst- und Handwerkerschule in Luzzara (Reggio Emilia), die er mit Bravour abschloss. Er erhielt ein Stipendium des Istituto Franchetti und schrieb sich an der Accademia di Brera ein. Dort folgte er dem Unterricht von Cesare Tallone. 1914 musste er sein Studium unterbrechen, um sich zu melden, nutzte aber seine Fähigkeiten für die Erstellung topografischer Karten.
Nach dem Krieg brach er nach Paris auf, doch seine Reise endete in Genua, wo er einige Monate arbeitete. 1920 nahm er mit einem Werk an der Biennale von Venedig teil. Auch 1924 nahm er dort teil. Von 1920 bis 1926 machte Celada sich auf der internationalen Bühne einen Namen: Er stellte in der Permanente in Mailand aus, und 1926 wurde sein Gemälde für die Biennale von Venedig von Emile Bernard, dem Entdecker von van Gogh und Cézanne, gelobt. Im folgenden Jahr schaffte es Celada nach Paris, wo er Porträts malte. Zurück in Italien nahm er an zahlreichen Ausstellungen in ganz Italien teil. In den 1930er Jahren arbeitete Celada, obwohl er außerhalb der Kulturszene des Regimes stand, weiterhin eifrig. Nach dem Zweiten Weltkrieg konzentrierte er sich hauptsächlich auf Porträts und Stillleben.