Venezianische Schule, spätes 16. – frühes 17. Jahrhundert
Christus an der Säule
Öl auf Nussbaumholz, 31 x 43 cm
Alter Rahmen 43 x 59 cm
In einem spärlich beleuchteten Raum wird die Geißelung Christi dargestellt. Diese Episode wird in allen vier Evangelien erzählt und gehört zu den letzten Episoden von Jesu Prozess vor der Dornenkrönung. Mit der Gegenreformation kam ein gemeinsames ikonografisches Schema auf, das Christus, gebunden an einen hohen Säulenschaft, darstellte, was an die Reliquie der Geißelsäule erinnerte, die 1223 von Kardinal Giovanni Colonna nach Rom gebracht und in der Basilika Santa Prassede aufbewahrt wurde.
Die schlangenhafte Figur des gefolterten Christus ist hier im Zentrum der Szene dargestellt, mit einer starken Charakterisierung durch die intensive, bereits tödliche Blässe und das livide Gesicht, wodurch eine symbolische Unterscheidung zwischen der Reinheit Jesu und den dunklen Figuren, die ihn umgeben, geschaffen wird, insbesondere der des rechten Henkers, der bereit ist, einen weiteren Peitschenhieb auszuteilen. Die anderen beiden Schergen im Hintergrund, die teilweise vom Schatten verschluckt werden, sind ebenfalls dabei, weitere Hiebe mit Kraft auf den Rücken Christi niedergehen zu lassen.
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