Giuseppe Maria Crespi, genannt der Spanier (Bologna 1665 - Bologna 1747) - Paar junger Menschen.
74 x 50 cm (ohne Rahmen) - 86 x 62 cm (mit Rahmen).
Öl auf Leinwand, in geschnitzten und vergoldeten Holzrahmen.
Veröffentlichungen:
A. Morandotti, Cinque pittori del Settecento: Ghislandi, Crespi, Magnasco, Bazzani, Ceruti, Palazzo Massimo alle Colonne, Rom, 1943, Kat.-Nr. 13-14, S. 34-35.
G. Briganti, Cinque pittori del Settecento a Palazzo Massimo, in Emporium. Rivista mensile d'arte e di cultura, Bd. XCII, Nr. 581, 1943, S. 196.
Giuseppe Maria Crespi, genannt der Spanier, ist eine der einzigartigsten Figuren der Bologneser Malerei des frühen 18. Jahrhunderts. Er bildete sich im emilianischen akademischen Umfeld aus und wandte sich früh einem Realismus nordischer und caravaggesker Prägung zu, der sich von den hochtrabenden Regeln der klassizistischen Tradition entfernte. Seine Malerei, die sich durch eine dichte und lebendige Materie, starke Lichtkontraste und eine ausgeprägte Aufmerksamkeit für die im Alltag erfasste menschliche Figur auszeichnet, übte direkten Einfluss auf die Ausbildung von Pietro Longhi und Giovan Battista Piazzetta aus.
Die beiden Gemälde gehören zur frühen Schaffensperiode Crespis und illustrieren klar seine stilistischen Merkmale: Die weiche und lichtdurchflutete Malermasse formt die Figuren auf natürliche Weise, ohne Idealisierung. Der Pinselstrich zeichnet sich durch jene Freiheit aus, die Giuliano Briganti als charakteristisches Merkmal des Künstlers anzeigte, im Gegensatz zur zeitgenössischen Bologneser akademischen Kultur.
Die beiden Leinwände stellen einen Hirtenjungen mit Stock und einem kleinen Hund zu seinen Füßen sowie ein junges Mädchen mit einer Henne im Arm dar. Die isolierten Figuren vor dunklen, erdigen Hintergründen erinnern an die Tradition der Genremalerei nordischer und flämischer Herkunft, die durch den Filter des emilianischen Naturalismus neu interpretiert wurde.
Die Gemälde wurden 1943 auf der Ausstellung Cinque pittori del Settecento im Palazzo Massimo alle Colonne in Rom ausgestellt, kuratiert von Dr. Alessandro Morandotti, und von Giuliano Briganti in Emporium rezensiert, der sie als typische Beispiele für Crespis frühe Manier beschrieb, pastorale Figuren, geformt in einer weichen und lichtdurchfluteten Malermasse.
Restaurierungsbericht: Die Leinwände wurden neu verklebt. Guter Erhaltungszustand der Maloberfläche.
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