Vergoldeter Tischlesepult aus dem 18. Jahrhundert, italienischer Herkunft, venezianische Herstellung. Der Lesepult spiegelt vollständig die Ästhetik des Barocchetto oder Rokoko wider, die sich durch geschwungene Linien und eine raffinierte, aber dynamische Eleganz auszeichnet. Die rechteckige Struktur besteht aus einem rechteckigen Sockel auf vier leicht geschwungenen, geschwungenen Füßen, die dem Lesepult Schwung und Leichtigkeit verleihen, einer unter der Tischplatte befindlichen Leiste, die auf allen vier Seiten mit reichen Schnitzereien von Blattmotiven und symmetrischen Voluten verziert ist, die zu einem zentralen Muschel-/Rokoko-Element zusammenlaufen, das typisch für das Dekorationsrepertoire der Epoche ist.
Die geneigte Auflagefläche zeichnet sich durch einen Rahmen mit geometrischen Schnitzereien aus, die auf eine "Zickzack"- oder Fischgrätstruktur aus Gips gekratzt sind, was einen interessanten Kontrast zu den geschwungenen Linien des Sockels bildet. Der Lesepult ist aus Zirbenholz gefertigt und weist eine Blattvergoldung auf, wahrscheinlich auf einer roten Gouache-Grundierung (Armenischer Bole), die in den am stärksten abgenutzten Bereichen sichtbar ist. Die aktuelle Patina deutet auf eine natürliche Alterung hin, die seinen historischen Charme unterstreicht und glänzende Bereiche mit Bereichen abwechselt, in denen das Holz oder die weiße Grundlage (Gips) durchscheinen. Der Lesepult weist altersbedingte Spuren auf, die seine Authentizität garantieren, wie kleine Fehlstellen in der Vergoldung und in der Gipsschicht; eine minimale Fehlstelle an der Lockenwicklung einer Volute im linken Teil des oberen Abschlusses. Eine alte Restaurierung der zentralen Muschel auf der Rückseite.
Die Patina und die Gebrauchsspuren zeugen von seiner liturgischen oder häuslichen Verwendung, da solche Objekte oft in privaten Kapellen zur Aufnahme von Messbüchern oder Musikpartituren verwendet wurden. Periode: 1700 Höhe: 17 cm Breite: 39 cm Tiefe: 27,5 cm