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Deutsch-Flämische Schule des 17. Jahrhunderts, Porträt einer jungen Frau

Codice: 452724
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Epoche: 17. Jh.
Kategorie: Porträt
Aussteller
Ars Antiqua SRL
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Via Pisacane, 55, Milano (MI (Milano)), Italien
+39 02 29529057
http://www.arsantiquasrl.com
Deutsch-Flämische Schule des 17. Jahrhunderts, Porträt einer jungen Frau 
Beschreibung:
Deutsch-Flämische Schule des 17. Jahrhunderts Porträt einer jungen Frau Öl auf Eichenholz 28 × 20,5 cm, mit Rahmen: 36,5 × 30,5 cm Verso: Antikes Siegel aus rotem Wachs Dieses Porträt einer jungen Frau, gemalt auf einem Eichenholzsubstrat, das typisch für die nordische Tradition ist, stellt ein bedeutendes Zeugnis für die Fortexistenz der Schönheitsideale der Antwerpener Schule im Übergang vom 16. zum 17. Jahrhundert dar. Obwohl das Werk chronologisch der deutsch-flämischen Schule des frühen 17. Jahrhunderts zuzuordnen ist, wurzelt seine stilistische Prägung in der Lehre der bildlichen Ehrlichkeit und der kompositorischen Strenge, deren sensibelste und innovativste Interpretin Catharina van Hemessen war. Um die Malweise dieser Tafel vollständig zu verstehen, ist es notwendig, die Biografie von Van Hemessen, einer Pionierin und Tochter von Künstlern, die von ihrem Vater Jan Sanders van Hemessen unterrichtet wurde, zu betrachten. Catharina war nicht nur die erste flämische Malerin, von der signierte und datierte Werke erhalten sind, sondern wurde zu einer der angesehensten Porträtmalerinnen ihrer Zeit, so sehr, dass sie die prestigeträchtige Schirmherrschaft von Maria von Österreich, Königin von Ungarn und Statthalterin der Niederlande, erhielt, die sie an ihren Hof in Spanien mitnahm. Diese solide Ausbildung, gepaart mit einer ausgeprägt weiblichen und introspektiven Sensibilität, ermöglichte es ihr, einen Stil zu entwickeln, der Gigantismus und Rhetorik ablehnte, um sich auf die intime Dimension des Motivs zu konzentrieren. Das vorliegende Werk folgt diesem Ansatz treu und wendet die typische Dreiviertel- oder Halbfigurenkomposition an, die Catharina für ihre kleinen und intensiven Porträts bevorzugte. Die Wahl, die junge Frau vor einen neutralen und dunklen Hintergrund zu stellen, ist kein Zufall: Es handelt sich um einen grundlegenden Kniff, um jede umgebungsbedingte Ablenkung zu beseitigen und den Betrachter zu einer direkten Auseinandersetzung mit der dargestellten Person zu zwingen. In dieser dunklen Umgebung tritt die Figur nicht durch heftige Kontraste hervor, sondern durch ein Licht, das die Gesichtszüge und die Beschaffenheit der Kleidung sanft modelliert, so wie es in den Werken von Van Hemessen geschah, wo Nüchternheit ein Synonym für innere Noblesse war. Die Reflexion über diese Malweise offenbart den Wunsch, auf idealisierende Verschönerungen zu verzichten. In diesem Gemälde gibt es, wie in den Modellen des 16. Jahrhunderts, keine Nachsicht gegenüber dem rein dekorativen Detail oder der Pracht der Kleidung. Die Schönheit wird nicht im Künstlichen gesucht, sondern in der Wahrheit der Haltung und der Physiognomie. In diesem Zusammenhang gewinnt der Blick der jungen Frau entscheidende Bedeutung: Hier finden wir dieselbe ruhige, klare und fast feierliche Fixiertheit, die die von Catharina gemalten Gesichter kennzeichnet (man denke an ihr berühmtes Selbstporträt oder das Porträt einer Dame des Fitzwilliam Museum). Es ist ein Blick, der den Betrachter nicht herausfordert, sondern ihn mit gefasster Ernsthaftigkeit empfängt und einen stillen und ehrlichen Dialog etabliert. Letztendlich stellt diese Eichenholztafel eine ideale Brücke zwischen zwei Epochen dar und zeigt, wie der schlichte Realismus und die psychologische Würde, die Van Hemessen kodifizierte, die flämische Porträtmalerei weit über die Mitte des Jahrhunderts hinaus prägten.