Trient, 18. Jahrhundert
Truhe
Nussholz, 71 x 158,5 x 56 cm
Die Tischlerkunst des 18. Jahrhunderts aus Trient findet in diesem Einrichtungsgegenstand, der aus edlem Nussholz gefertigt ist, eine wunderbare Synthese. Dieses Holz wurde wegen seiner Robustheit und seiner Fähigkeit, detaillierte Schnitzereien aufzunehmen, bevorzugt. Die Wahl des Materials wird durch den tiefen braunen Farbton der Patina und die kompakte Maserung der Holzfasern nahegelegt, die besonders auf der Oberseite sichtbar ist, die aus breiten massiven Brettern besteht. Die Vorderseite zeichnet sich durch eine geometrische Strenge von großem Charme aus, bei der eine doppelte Linie, die mit kleinen gestrichelten Strichen eingeritzt ist, einen großen zentralen Rauten formt. Innerhalb dieses Rahmens sticht eine kreisförmige Rosette hervor, die im Relief geschnitzt ist und sich durch fleischige Blütenblätter und einen gut definierten Mittelkern auszeichnet. An den Seiten der Raute ist die Oberfläche mit vier eleganten Spiralmotiven verziert, die die Sonnensymbolik und die alten dekorativen Traditionen der Alpentäler widerspiegeln. Die Eckpfosten sind mit besonderer plastischer Sorgfalt behandelt: Sie erscheinen als Pilaster, die reich mit drei übereinanderliegenden Rosetten verziert sind, die durch ein stilisiertes Blattmotiv verbunden sind, das entlang des gesamten vertikalen Profils verläuft. Unter dem Rand des Deckels verleiht ein Streifen mit eingravierten Zähnen ein weiteres Element des rhythmischen Kompositionsaufbaus und verbindet die horizontale Ebene mit dem Korpus des Möbelstücks. Die Basis besteht aus einem hohen, geformten Sockel, dessen geschwungene Profile ein Spiel von Fülle und Leere erzeugen, das der massiven Struktur Schwung verleiht und ein Gefühl von übermäßiger Schwere vermeidet.