Polychrome Holzskulptur „Madonna mit Kind“ – spätes 18., frühes 19. Jh.
Wichtige Andachtsskulptur aus geschnitztem und polychromiertem Holz, die die Madonna mit Kind darstellt, entstanden zwischen Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts. Sie ist mit hoher Wahrscheinlichkeit einer Werkstatt aus dem Alpenraum oder Norditalien zuzuordnen, wo die Tradition der sakralen Holzschnitzerei zu bemerkenswerten expressiven Ergebnissen geführt hat.
Die Jungfrau ist in stehender Position dargestellt, mit feierlicher, aber gleichzeitig mütterlicher Haltung. Das ovale Gesicht, mit leicht gesenkten Augen und einem melancholischen und kontemplativen Ausdruck, offenbart eine Sensibilität, die noch dem späten Barockgeschmack verbunden ist, aber durch intimere und volkstümlichere Akzente gemildert wird.
Das Haupt ist von einem weiten Mantel bedeckt, der durch Blattgoldverzierungen verschönert ist und das Gesicht elegant umrahmt.
Die Faltengebung ist eines der bedeutendsten Elemente des Werkes: das Gewand und der Mantel, mit tiefen und dynamischen Falten gearbeitet, erzeugen ein raffiniertes Spiel von Licht und Schatten.
Die Farbgebung, die noch weitgehend original ist, wechselt zwischen intensiven Grüntönen, warmen Ockertönen und goldenen Glanzlichtern, die heute teilweise abgenutzt sind und die darunterliegende Grundierung durchscheinen lassen, was zu einem sehr reizvollen materiellen Effekt beiträgt.
Das Jesuskind, das auf dem linken Arm der Mutter gehalten wird, ist entsprechend der traditionellen Ikonographie nackt dargestellt, in einer ruhigen und frontalen Haltung. Die Geste der Hand auf der Brust erinnert an eine segnende oder symbolisch rettende Haltung. Die leicht stilisierte Proportion und das ernste Gesicht verleihen der Figur einen archaisierenden und andächtigen Charakter.
Besonders interessant ist die Anwesenheit der zeitgenössischen, ebenfalls verzierten Holzbasis, die das Ganze harmonisch ergänzt und auf eine ursprüngliche Bestimmung als Hausaltar oder kleine Kapelle hindeutet.
Das Werk weist eine authentische antike Patina, Farbverluste und Altersspuren auf, die seine Originalität belegen und seinen historischen Wert unterstreichen. Diese Zeichen beeinträchtigen nicht die Lesbarkeit der Skulptur, sondern verstärken im Gegenteil ihren Charakter und ihren Sammlerwert.
Zustand: guter Allgemeinzustand; Abnutzungen, Fehlstellen und Abhebungen der Farbschicht altersbedingt; kleine Fehlstellen und Spuren alter Andacht.
Material: geschnitztes, polychromiertes und teilweise vergoldetes Holz
Epoche: spätes 18. – frühes 19. Jahrhundert
Größe: Höhe 44 cm – Basis 15 x 13 cm
Herkunft: Alpenraum / Norditalien
Ein Werk von intensiver Spiritualität und starker szenischer Präsenz, ideal für Sammler sakraler Kunst, antiker Holzobjekte oder zur Bereicherung klassisch eingerichteter Räume mit einem authentischen und geschichtsträchtigen Stück.
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