Ölgemälde auf Leinwand, das eine bäuerliche Szene darstellt und dem berühmtesten Tiermaler seiner Zeit, Peter Roos, genannt Monsù Rosa oder Rosa da Tivoli (Sankt Goar, 30. August 1657 – Rom, 17. Januar 1706), zugeschrieben wird.
Innerhalb ihrer zeitgenössigen, vergoldeten „Salvador Rosa“-Rahmen misst das Profil 15–16 cm. Die Leinwand misst 145 x 96 cm.
In dieser Szene spiegelt sich die malerische Besonderheit des italo-deutschen Meisters perfekt wider. Die Tiere sind mit grafischer und lumineszierender Wirkung durch intensive und pastose Pinselstriche wiedergegeben. Die besonderen Licht- und Schatteneffekte, im Stil Caravaggios, und die kompositorische Ausgewogenheit vermitteln uns ein Gefühl der Ruhe des Ausführungsmoments und des Respekts für die dem Maler so teuren Sujets.
Ein sehr wertvoller Vergleich ist mit den beiden großen Leinwänden möglich, die Rosa da Tivoli zugeschrieben werden und in der Sektion der Maler des 17. Jahrhunderts der Galleria Nazionale di Parma im Palazzo della Pillotta ausgestellt sind. Dort sehen wir sehr ähnliche Darstellungen in Bezug auf szenische und figurative Gestaltung, obwohl sich einige Charaktere unterscheiden. Stil und malerische sowie lumineszierende Qualität sind völlig gleich, so dass man sagen könnte, es handle sich um eine Version derselben Darstellung, die im Palazzo della Pillotta ausgestellt ist.
Roos war ein deutscher Maler und Kupferstecher des Barock. Er gehörte einer bekannten Familie deutscher Maler und Kupferstecher an: Sein Vater war Johann Heinrich Roos, der wichtigste deutsche Tiermaler des 17. Jahrhunderts. Er kam 1677 nach Italien mit einem Stipendium des Landgrafen von Hessen, unter der Bedingung, an seinen Hof zurückzukehren. Die Bedingungen des Landgrafen missachtend, kehrte er jedoch nie nach Deutschland zurück. Er studierte in Rom bei Giacinto Brandi, dessen Tochter Maria Isabella er 1681 heiratete, nachdem er zum katholischen Glauben konvertiert war. 1684–1685 kaufte er ein Haus bei Tivoli, was ihm den Spitznamen Rosa da Tivoli einbrachte. Roos züchtete Tiere und malte sie in diesem baufälligen Haus, das deshalb die Arche Noah genannt wurde. Ab 1691 lebte er hauptsächlich in Rom, wo er Mitglied der Schildersbent wurde und den Spitznamen Mercurius erhielt, wegen der Geschwindigkeit, mit der er seine Gemälde anfertigte, und der Leichtigkeit, mit der er malte.
Diese Ausführungsgeschwindigkeit war ihm besonders nützlich: Oftmals malte er, wenn er ohne Geld war, ein oder zwei Bilder, die er von seinem Diener zu jedem beliebigen Preis verkaufen ließ, um die Zeche der Herberge bezahlen zu können. Er lebte ein verschwenderisches Leben und starb in Armut.
Was seinen Stil betrifft, so stellen die meisten seiner Werke Haustiere mit ihren Hirten in der römischen Landschaft dar. Die Tiere sind im Allgemeinen im Vordergrund gemalt und beherrschen die Szene, während die Landschaften mit typischen Merkmalen der Latium-Campagna in der Ferne zu sehen sind. Roos trägt seine Farbe pastos auf und macht seine Motive, die Position und die Bewegungen jeder Tierart mit großem Talent durch sehr effektvolle lumineszierende Kompositionen lebendig. In den 1680er Jahren stellte der Künstler im Allgemeinen kleine Tiergruppen (Schafe und Ziegen, oft angeführt von einem Widder mit gebogenen Hörnern) dar, mit den Hirten seitlich in groben Kleidern, neben den Tieren. In der Ferne wechselten sich wilde Täler mit steilen Felswänden ab, beleuchtet von einem gelblich-braunen Licht; die fernen Berge waren in blauen Tönen gehalten. Im Hintergrund wurden oft antike Ruinen gemalt. Um die 1690er Jahre malte Roos hauptsächlich Landschaften.
Insgesamt zeichnen sich seine Gemälde durch einen gespenstischen, düsteren und wilden Ton aus. Darüber hinaus gelang es Roos, natürliche Landschaftsmotive in ungewöhnliche und bewegungsreiche Visionen zu verwandeln. Obwohl dieser Künstler im Allgemeinen Landschaften und Tiere malte, war er dennoch in der Lage, komplexere Kompositionen zu schaffen, wie die Zeichnung „Kreuzabnahme“ im Jean Paul Getty Museum beweist. Roos' Stil spiegelte seine Arbeitsweise wider. Er war gekennzeichnet durch die Verwendung intensiver, manchmal fast grober Pinselstriche und einen starken Kontrast zwischen Licht und Schatten. Diese persönliche Art war recht beliebt und zog viele Nachahmer an. Aus diesem Grund wurden Werke anderer Tiermaler fälschlicherweise Roos zugeschrieben. Auch Brüder und Söhne des Künstlers malten oft dieselben Motive, was zu weiterer Verwirrung beitrug.
Die Leinwand ist in einwandfreiem Erhaltungszustand. Das Gleiche gilt für die vergoldeten „Salvador Rosa“-Rahmen.
Das Gemälde ist in unserer Antiquitäten-Galerie in Foligno (PG), Piazza E. Giacomini, 42, zu besichtigen.
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