Piemontesischer Spiegel aus geschnitztem und mit Meccagold vergoldetem Holz, zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts
Beschreibung:
Bedeutender piemontesischer Spiegel aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, der der Übergangszeit zwischen dem Geschmack Ludwigs XV. und Ludwigs XVI. zugeschrieben wird, gefertigt aus geschnitztem und mit Meccagold vergoldetem Holz (Mecca-Versilberung).
Der Rahmen weist einen reichen Zierapparat mit Voluten, Blattwerk und Rocaille-Motiven von starker dekorativer Wirkung und guter Schnitzqualität auf.
Besonders interessant ist das Vorhandensein eines Innenbandes aus originalen Quecksilberspiegeln im Hauptrahmen, das den zentralen Spiegel zusätzlich umrahmt und so ein raffiniertes Spiel von Reflexionen erzeugt und dazu beiträgt, die Struktur optisch aufzuhellen und ihre Tiefe und Helligkeit zu betonen.
Einer der Spiegel des Innenbandes ist, wie auf den Bildern zu sehen, zerbrochen.
Der zentrale Spiegel ist aus Quecksilber, zeitgemäß, aber nicht original zum Rahmen, und weist normale Altersspuren mit Oxidationen und kleinen Ausfällen auf, die dem Alter und der Nutzung entsprechen.
Die Holzstruktur und die Meccagold-Vergoldung weisen deutliche Spuren der Zeit auf, mit Abrieb, Unregelmäßigkeiten und Verbrauchsstellen, das Ergebnis einer langen konservatorischen Geschichte.
Der Spiegel wurde verändert und angepasst, insbesondere im unteren Teil, wo einige Friese vermutlich ersetzt oder neu zusammengesetzt wurden; diese Elemente sind zwar nicht vollständig original, weisen aber eine stilistische Übereinstimmung mit dem Rest des Rahmens auf.
Insgesamt ein Spiegel von großem Charme und starker szenografischer Präsenz, der vor allem wegen seines dekorativen Charakters, der Atmosphäre des 18. Jahrhunderts und des ökologischen Wertes geschätzt wird, mehr als wegen einer strengen filologischen Integrität.