Die hier dargestellte russische Ikone der Muttergottes von Tichwin ist eine exquisite Ei-Tempera auf Holz mit einer Silberauflage (Riza), die 1825 in Moskau vom Goldschmied Dubrovin Nicolaj Lukich geschaffen wurde. Der Prototyp von Tichwin gehört zur Familie der Hodegetria: Die Mutter zeigt auf den Sohn als Weg zur Erlösung, während Christus segnet. Das Format von 34,5 × 27,5 cm und die Anwesenheit der kostbaren Riza machen sie zu einem repräsentativen Andachtswerk, ideal für elegante Räume und qualifizierte Sammlungen.
Die Geschichte der Ikone der Muttergottes von Tichwin reicht bis ins Jahr 1383 zurück, als – der Überlieferung nach – das Bild wundersam in Nordwestrussland auftauchte und schnell zu einem der beliebtesten und schützendsten Symbole des russischen Volkes wurde. Ab dem 17. Jahrhundert verbreitete sich der Kult in den Moskauer und Wolga-Werkstätten mit hochwertigen Reproduktionen, die sowohl für Kirchen als auch für die private Andacht bestimmt waren. Die Typologie betont die Zärtlichkeit des Dialogs zwischen Mutter und Kind und die Fürbittefunktion der Jungfrau.
Auf künstlerischer Ebene weist das Werk warme Farbflächen, feine Lichter und Chrysographien auf, die die Falten der Gewänder weich modellieren. Die Silberauflage, die durch Treib- und Ziselierarbeit bearbeitet wurde, erzeugt eine leuchtende Theatralik: strahlende Strahlen, eine obere Krone, ein Rahmen mit pflanzlichen Motiven. Die offene Rahmung hebt die gemalten Gesichter hervor, die gemäß der Praxis sichtbar bleiben, während das Silber das malerische Feld umgibt, ohne es zu ersticken. Die Ausführung durch Dubrovin Nicolaj Lukich – ein im frühen 19. Jahrhundert in Moskau tätiger Goldschmied – verleiht dem Ganzen Autorität und Identität.
Für den anspruchsvollen Sammler vereint diese Ikone malerische Qualität, edle Materialien und Andachtsgeschichte. Handliche Abmessungen, hervorragende Lesbarkeit, Bühnenpräsenz, ein Stück, das zum Mittelpunkt einer Marienwand werden oder mit klassischer und zeitgenössischer Einrichtung in Dialog treten kann, wobei seine spirituelle Botschaft und seine Eleganz des 19. Jahrhunderts erhalten bleiben.