Francesco Casanova (London 1732/33 - Vorderbrühl, Wien 1803)
Rast der Reiter
Öl auf Leinwand, 37,5 x 67,5 cm
Mit Rahmen, 48 x 78 cm
Kritische Analyse von Prof. Alberto Crispo
Das hier präsentierte, bisher unveröffentlichte Gemälde zeigt eine Rast von Reitern in einer Berglandschaft. Der Reiter in der Mitte behält die Situation im Auge, die beiden im Vordergrund liegenden ruhen sich von den Strapazen der Reise aus, und der im Hintergrund ist damit beschäftigt, das Gepäck zu befestigen, während am linken Rand in der Ferne weitere Figuren von Soldaten zu Pferd zu sehen sind.
Die Leinwand ist ein Werk von Francesco Casanova, wie Vergleiche mit anderen Werken des Künstlers zeigen, wie z. B. der Reiter im Louvre oder das andere Werk, das am 17. Mai 2007 bei Finarte in Goito (Los 162) versteigert wurde, ganz zu schweigen von der anderen Leinwand mit einer Schlachtszene, die am 8. November 1978 bei Sotheby's in London (Los 9) auftauchte. In allen verglichenen Exemplaren finden wir die gleiche flüssige Farbwiedergabe, die teilweise aus dem Studium der venezianischen Maler stammt, und den sehr deutlichen nordischen Geschmack, der an die Vorbilder von Philips Wouwermann und Jan van Huchtenburg erinnert.
Francesco Casanova wurde 1732/33 in London geboren, wo seine Eltern als Schauspieler tätig waren. Er wurde in Venedig bei den Guardi, in Florenz bei Simonini und in Paris bei Charles Parrocel ausgebildet. Sein visuelles Repertoire wurde aber auch durch die Schlachten des Bergognone geprägt, die bei den Auftraggebern in jenen Jahren besonders geschätzt wurden. Nach Erreichen der vollen künstlerischen Reife war Casanova in Dresden und Paris tätig, wo er für seine Tätigkeit auch von dem Urheber des Mammutprojekts der Encyclopédie, Diderot, besonders positives Feedback erhielt. Während seines Aufenthalts in Paris malte Casanova zwei seiner berühmtesten Werke, die Schlachten von Freiburg und Lens für den Palais Bourbon des Prinzen von Condé (heute im Louvre). Später soll der Künstler nach Dresden zurückgekehrt sein, aber ab Ende 1783 zog er zusammen mit seinem bekannteren Bruder Giacomo nach Wien, wo er bis zu seinem Tod im nahe gelegenen Vorderbrühl im Jahr 1803 lebte. Während seines Aufenthalts in Wien arbeitete der Maler auch für Zarin Katharina II. von Russland und fertigte Gemälde an, die Episoden der russisch-türkischen Kriege (1769-74 und 1787-92) darstellten. Francesco Casanova hatte eine große Schule, und zu seinen Schülern zählen mindestens die Schlachtenmaler Jacques-Philippe de Loutherbourgh der Jüngere, Jean-Pierre Norblin de la Gourdaine, Ignace Duvivier und Jean-Baptiste Le Paon.