CARLO MANIERI
(Taranto ? - in Rom dokumentiert von 1662 bis 1700)
Paar Stillleben
Öl auf Leinwand, 62,5x83,5 cm
Die Identifizierung eines kleinen "Corpus" von Gemälden, die unserem Meister zugeschrieben werden können, hat es den Studien im Bereich des Stilllebens ermöglicht, dem römischen Kunstpanorama der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts einen wichtigen Baustein hinzuzufügen; Manieri ist ab 1662 in Rom mit Sicherheit dokumentiert und pflegt das "Genre" mit dem Wissen eines Spezialisten, mit offensichtlich dekorativen Zwecken, aber auch mit Strenge und kompositorischer Intelligenz.
Die Gemälde entwickeln bereits typische Ausdrucksformen eines Michelangelo da Campidoglio in den kompakten Zusammenstellungen von "festen" Objekten, erweitern aber auch das Sichtfeld in weite Landschaftsperspektiven und widmen der perspektivischen und luministischen Gestaltung der Auflagefläche Aufmerksamkeit (man beachte übrigens im Hintergrundausschnitt, im zweiten Gemälde rechts, das Bergprofil, das an den Vesuv erinnert).
Die chromatischen Töne, die nicht übermäßig hell sind, erinnern in den fast herbstlichen Akzenten an die neovenetische Farbgebung, besonders im Laub; die kompositorische Dichte von Früchten und Gemüse betont zudem die lebendige Volumetrie der von Licht geformten Oberflächen, die gelegentlich, wie bei den Pfirsichen deutlich wird, auch den haptischen Effekt verstärkt.
CARLO MANIERI