Franz Gottstein der Jüngere. Äußerst seltener "Ranftbecher" (besondere Kelchform mit hervorstehendem Fuß - eine Form, die auch vom großen Wiener Künstler Anton Kothgasser verwendet wurde) von musealer Bedeutung, radgeschliffen vom großen österreichisch / böhmischen Künstler. Das Werk, in ausgezeichnetem Erhaltungszustand, stellt mit zarter Eleganz Diana und Actaeon aus dem Mythos der Metamorphose des römischen Dichters Ovid dar. Bewundernswert ist die meisterhaft erzielte Reflexion der Figuren auf der Oberfläche des Teichs; durch das kristallklare Wasser sind die Fortsetzungen der Beine zu erkennen. Auf den anderen Seiten des Werkes naturalistisch Motive (der Wald), und der junge Actaeon, der mit seinen Hunden spazieren geht und die Schönheiten beim Baden beobachtet; eine von ihnen (Diana) sieht ihn, schämt sich und bedeckt sich mit den Händen. Original signiert und datiert. FR. GOTTSTEIN FEC. 1829. Höhe cm. 12, Breite cm 9,6.
Franz Gottstein der Jüngere (1770–1840) war ein großer Glaskünstler deutscher böhmischer Herkunft aus dem Sudetenland. Ursprünglich aus Rokytnice nad Jizerou im Norden Böhmens stammend, gründete er mit kaiserlicher Genehmigung eine bedeutende Manufaktur in Niederösterreich, in Gutenbrunn, etwa 70 km westlich von Wien. Er gilt als einer der besten Schleifer, die je gelebt haben. Seine original signierten Werke, die bis heute erhalten sind, sind äußerst selten. Neben dem von uns vorgeschlagenen sind noch drei weitere bekannt. Eine befindet sich in einer Privatsammlung, die andere im Museum für angewandte Kunst in Wien (Veröffentlicht: Pasaurek - Philippovitvich, Glaeser der Empire- und Biedermeierzeit, Seite 123). Die dritte ist kürzlich auf dem internationalen Kunstmarkt aufgetaucht. Herkunft: prestigeträchtige mitteleuropäische Privatsammlung. Weitere Literatur: Paul von Lichtenberg, Glasgravuren des Biedermeier (Seite 207-217)
Mythos in Ovids Metamorphosen: Diana und Actaeon Der junge Actaeon stieß bei einer Jagd zufällig auf die Höhle, in der Diana und ihre Gefährtinnen badeten. Sobald die Göttin seine Anwesenheit bemerkte, spritzte sie ihm, wütend über die erlittene Beleidigung, Wasser ins Gesicht und verwandelte ihn in einen Hirsch, wodurch sie ihn daran hinderte, zu erzählen, was er gesehen hatte. Der fliehende Jäger erreichte eine Quelle, wo er, als er sich im Wasser spiegelte, sein neues Aussehen bemerkte. In der Zwischenzeit wurde er von seinen eigenen Hunden verfolgt, die ihn fingen und zerfleischten.
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