Antonio Concioli, Allegorie der Wahrheit
Beschreibung:
Antonio Concioli (Pergola, 1739 – Rom, 1820), 1775
Allegorie der Nächstenliebe
Öl auf Leinwand, cm 61 x 46,5
Mit Rahmen, cm 80 x 68
Kritisches Gutachten Prof. Giuseppe Sava
Das Gemälde stellt die Allegorie der Nächstenliebe gemäß der Ikonographie dar, die in dem berühmten Band von Cesare Ripa beschrieben wird: eine rot gekleidete Frau, die in dem Akt dargestellt wird, sich mit liebevollem Gefühl um drei Kinder zu kümmern, von denen eines auf dem Arm ist und Muttermilch aus ihrer Brust saugt. Das vorliegende Gemälde ist ein vorbereitendes Modell für ein wichtiges dekoratives Unterfangen des Malers Antonio Concioli im Dom von Rieti. Beginnend im Jahr 1775 fertigte der Maler zwei große Leinwände für die Kapelle der Heiligen Barbara mit Szenen aus dem Leben der Heiligen an. Aus dem gleichen Jahr stammen die Arbeiten für vier große Leinwände, die in die Aufsätze in der Kuppel derselben Kapelle gehievt werden sollten; das ikonographische Programm sah die drei göttlichen Tugenden vor: Glaube, Hoffnung und Nächstenliebe.
Concioli, der in Pergola in den Marken geboren wurde, zog nach einer ersten Ausbildung in Bologna nach Rom, wo er dank der Hilfe von Kardinal Andrea Negroni die Leitung der Zeichenakademie im Hospiz von S. Michele in Ripa Grande (vor 1789) erhielt und später auch Direktor der Teppichfabrik wurde (wahrscheinlich nach 1798). Er war Freund und Schüler von Pompeo Batoni (1708-87), der seine Malerei akademisch beeinflusste, und trat im April 1781 in die Accademia di S. Luca ein.
Seine adlige Herkunft und seine künstlerischen Fähigkeiten führten ihn in die raffiniertesten Kreise des damaligen Roms ein. Concioli wurde ein enger Freund vieler der bedeutendsten Adelsfamilien, darunter die Colonna, die Doria, die Savoyer und die Herzöge von Modena. Sein Wohnsitz im Palazzo Torlonia, einem Ort von großem Prestige, zeugt von seinem hohen sozialen Rang.
Das Objekt ist in gutem Zustand