16. Jahrhundert, nach Raffael Sanzio (1483 – 1520), Madonna mit den Nelken
Beschreibung:
16. Jahrhundert, nach Raffael Sanzio (Urbino, 1483 – Rom, 1520)
Madonna mit den Nelken
Öl auf Leinwand 38 x 30 - mit Rahmen cm 59 x 52,5
Die Madonna mit den Nelken von Raffael Sanzio (Urbino, 1483 – Rom, 1520), die zu einem sehr erfolgreichen ikonografischen Modell wurde, hat viele Repliken, wie die hier untersuchte.
Das Raffael-Original, das jetzt in der National Gallery in London ausgestellt ist, wurde zwischen 1503 und 1507 geschaffen, als der Maler etwa 23 Jahre alt war. Das Londoner Exemplar wurde als Original identifiziert und es gibt etwa fünfzig Kopien, die den großen Erfolg bei den Auftraggebern bezeugen (Madonna di Siracursa, Madonna Chatron; es gibt auch eine Kopie von Federico Barocci – Galleria Borghese). Offensichtlich ist auch der Einfluss von Leonardo da Vinci auf Raffael und insbesondere die Madonna Benois (Eremitage, St. Petersburg). Das Heiligenbild verdankt seine Verbreitung auch den zahlreichen Stichen, die von Werkstatt zu Werkstatt zirkulierten.
Das Gemälde von Raffael ist ein religiöses Werk, das der privaten Andacht gewidmet ist. Raffael gelingt es, das klassische Thema der Madonna mit Kind in eine Darstellung mit familiärem Ton zu verwandeln. Die junge Mutter und ihr Sohn sind nicht mehr in starren und formellen Posen dargestellt, wie in den Gemälden früherer Künstler, sondern haben jede Formalität abgelegt und geben sich einer zärtlich intimen Haltung hin, die alle Emotionen ihrer Beziehung durchscheinen lässt. Die Madonna tauscht mit Jesus einige kleine rote Nelken aus, die aufgrund ihrer Farbe das Blut darstellen, das Jesus in Zukunft am Kreuz vergießen wird (der Tradition zufolge gilt die Nelke als Symbol der göttlichen Liebe und soll aus der Erde erblüht sein wo die Tränen der Jungfrau während der Passion Christi fielen.). Darüber hinaus verweisen sie auch auf die Ehe zwischen Christus und der universalen Kirche, die von Maria repräsentiert wird. Schließlich symbolisiert das Himmelbett die Jungfräulichkeit der Madonna.
Die vorliegende Replik, die auf das 16. Jahrhundert datiert wird, wurde von einem Künstler angefertigt, der das Raffael-Original kannte, ein Bild, das sich hauptsächlich durch Stiche verbreitete. Die gesamte Komposition ist im Vergleich zur Originalkopie umgekehrt, aber auch hier befinden sich die Jungfrau und das Jesuskind in einem Raum, der in Schatten getaucht ist. Maria trägt ein rosa Kleid (im Original grau), das an den Ärmeln mit Puffmotiven verziert ist. Außerdem trägt sie den blauen Mantel auf ihren Beinen, auf dem das weiße Kissen ruht. Das Kind hingegen ist nackt (obwohl ein weiches Tuch seine Nacktheit bedeckt) und sitzt auf den Beinen der Mutter und betrachtet die Blumen, die es in den Händen hält. Im Inneren befindet sich ein Himmelbett und durch das Fenster sieht man eine ländliche Landschaft mit einigen Ruinen.
Das Objekt ist in gutem Zustand
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