Piemontesische Manufaktur, Direktorium, Sessel
Beschreibung:
Piemontesische Manufaktur, Direktorium
Sessel
Vergoldetes Holz und azurblauer Stoff, cm 103 x 61 x 53
Das vorliegende Möbelstück ist ein Sessel klarer piemontesischer Machart, aus vergoldetem Holz und türkisfarbenem Stoff mit floralen Stickereien, der auf das Ende des 18. Jahrhunderts datiert werden kann, eine Zeit, die vom sogenannten Direktoriumsstil geprägt war.
Der Name des Stils bezieht sich auf das Direktorium, die Regierung, die vier Jahre lang in Frankreich von 1795 bis 1799 nach der Französischen Revolution und vor dem Reich Napoleons bestand. Der Direktoriumsstil zielte darauf ab, die alten Modelle sowohl im architektonischen als auch im dekorativen Bereich noch getreuer wiederzugeben, ein Konzept, das seine volle Reife erst mit dem Empire erreichen sollte. In diesen Jahren entwickelte sich der Geschmack für eine klassische Vergangenheit, der auch teilweise auf die Entdeckung von Herculaneum und Pompeji zurückzuführen war und zu einer wahren Leidenschaft für den vom römischen und griechischen Stil inspirierten Geschmack führte.
Die Möbel im Direktoriumsstil zeichneten sich durch ihre Qualität und Seltenheit aus und wurden im Laufe der Zeit auf dem Markt hoch gehandelt. Erkennbar an ihren einfachen und raffinierten Formen, hellen Hölzern und manchmal an Metallapplikationen waren die dekorativen Motive elegant und erinnerten an die Antike: Sphinxen, Palmen, Amphoren, Schwäne, geometrische Motive und antike Säulen, die in den Beinen des vorliegenden Paares zu erkennen sind, die sich verjüngen und nach unten hin kanneliert sind und mit einer geraden Spitze enden.
Die Sessel dieser Zeit zeichneten sich durch eine breite und bequeme Sitzfläche, einfache und geradlinige Formen mit regelmäßigen Rückenlehnen (oval, rechteckig, schild- oder medaillenförmig) aus. Die Rückenlehnen, in diesem Fall gepolstert und mit einem kostbaren Stoff verziert, der fein mit pflanzlichen Motiven bestickt ist, wurden entworfen, um den Gast aufzunehmen und bequem zu stützen, ein Ziel, zu dem auch die Positionierung der Armlehnen beitrug, die ebenfalls gepolstert waren.
Insbesondere im Piemont wurden die Sessel nach französischen Vorbildern gefertigt, meist aus lackiertem oder vergoldetem Holz. Diese Sessel, die von der damaligen Aristokratie besonders geschätzt wurden, waren ein wichtiger Bestandteil der Einrichtung für die Schaffung einer eleganten und einladenden Umgebung, in der man seinen Reichtum und seinen Statussymbol zeigen konnte.
Das Objekt ist in gutem Zustand.
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