Außergewöhnliche polychrome Holzskulptur der Spätrenaissance, die "Madonna mit Kind" darstellt. Letzteres wird in zwei verschiedenen Haltungen dargestellt: Mit der rechten Hand, die den "Apfel" hält, repräsentiert sie den "allmächtigen Gott", der die Welt beschützt (ethisch-religiöse Haltung). Mit der linken Hand grüßt sie einfach den Betrachter, eine Haltung, die den familiären und alltäglichen Ton der Darstellung unterstreichen soll. Die Madonna hat das Gesicht eines jungen Mädchens vom Lande, das sich plötzlich als Protagonistin einer außergewöhnlichen Geschichte wiederfindet. Sie scheint jedoch nicht so beunruhigt, dass sie mit Nonchalance die große Krone trägt, die ihre Rolle als "Regina Coeli" unterstreicht. Nach alter Tradition pflegten die Gläubigen Rosen oder Feldblumen in die rechte, halb geöffnete Hand Marias zu legen, fast um etwas zu greifen und festzuhalten. Die gesamte Skulptur ist von ausgezeichneter Machart mit einer plastischen Wirkung und einer Bewegung, die ihre Lebenskraft unterstreicht. Das schöne Bild rückt so deutlich in den Vordergrund als echtes "skulpturales Kunstwerk" und nicht nur als reines Andachtsbild.
Aus Lindenholz, das die Erhaltung der Farben und ihre auch heutige Lebendigkeit unterstützt. Die Rückseite des Werkes ist durch die Wirkung des für die Aushöhlung verwendeten Hohleisens ausgehöhlt und geriffelt.
Werk von außergewöhnlichem künstlerischem Niveau in der Tradition der besten deutschen Renaissance, die der großen Lehre Dürers zu verdanken ist, der sein Land aus dem spätgotischen Erbe befreite und in den europäischen Kanal der Renaissance, insbesondere der italienischen, einführte.
Hohe Schule.
Deutschland (Bayern) - zweite Hälfte des 16. Jahrhunderts (XVI Jahrhundert)
Maße: Höhe cm. 59 Breite cm. 27 Tiefe cm. 16
Hinweis: Im ausgehöhlten hinteren Teil der Skulptur ist eine in relativ neuer Zeit von einem Sammler des Werkes selbst eingeritzte Signatur sichtbar.
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