PAUWELS FRANCK, PAOLO FIAMMINGO
(Antwerpen um 1540 - Venedig, 1596)
Allegorische Szene
Öl auf Leinwand, 96 x 149 cm
Das Gemälde zeigt eine Szene im Freien, vor einem Bauernhaus auf der rechten Seite und einer weiten Landschaft auf der linken Seite. Eine spärlich bekleidete Frau liegt auf einem Bett und wird von einer weiblichen Figur gepeitscht, die sie an einem Arm festhält. Ein Kind in der Hütte und eine schlafende männliche Figur ganz links bilden den Rahmen für die Hauptszene. Ein verzehrtes Bankett im Hintergrund auf der rechten Seite. Diese Darstellung ist als eine "Bestrafung der Wollust" im Sinne der ikonografischen Formeln der flämischen Kultur mit reicher Symbolik zu verstehen. Das allegorische Thema ist jedoch ein Vorwand für Paolo Fiammingo, Details des täglichen Lebens darzustellen: Man beachte zum Beispiel die Katze, die sich auf die Essensreste stürzt, ein köstliches Detail im Kontext eines bedeutenden Stilllebens, das die Aufmerksamkeit des Betrachters von der Hauptszene ablenkt. Das Werk ist chronologisch in die Mitte der 1580er Jahre einzuordnen, aufgrund von Ähnlichkeiten mit Gemälden aus dieser Zeit (siehe die Allegorien der Liebe im Kunsthistorischen Museum in Wien). Wir befinden uns also in der zentralen Phase des venezianischen Aufenthalts des Meisters, noch immer im Einflussbereich von Tintoretto, und geneigt, Elemente des nordischen Geschmacks neben Anregungen bassanesischer Herkunft zu verarbeiten.