Elegantes Kelchglas aus kristallklarem Glas, das die Figur eines Zentauren darstellt, eines Geschöpfs der griechischen Mythologie, halb Mensch und halb Pferd.
Autor: Meister Viò und Naccari
Signiertes Werk
Murano – Venedig XX. Jahrhundert
Maße: Höhe 39 cm
2.250,00 €
Definition von „Kristallklarem Glas“
Als „kristallklares Glas“ wird farbloses und transparentes Glas bezeichnet, das mit Mangandioxid entfärbt und aus gereinigten Rohstoffen gewonnen wird. Seit dem Mittelalter gilt Kristall als das wertvollste Muranoglas. Das Geheimnis seiner Qualität liegt in der Reinheit der verwendeten Rohstoffe, der Verwendung von Bleichmitteln, der Zubereitung der verglasbaren Mischung und der Durchführung der Schmelze. In der Mitte des 15. Jahrhunderts stellten die Muranesen ein reines und farbloses Glas her, das zum ersten Mal in der Geschichte als „Kristall“ bezeichnet und später in anderen europäischen Ländern reproduziert wurde. Im Gegensatz zum nordischen Kristall, der eine hohe Konzentration an Bleioxid aufweist und heute strengen Kontrollen in Bezug auf die Dämpfe unterliegt, die beim Schmelzen entstehen, ist der Murano-Kristall ein Natronkalkglas, dessen Hauptbestandteile neben Kieselsäure Natriumoxid und Calciumoxid sind. Natronkalkkristall eignet sich sehr gut für die Herstellung von besonders leichten Blasobjekten, die lange Verarbeitungszeiten erfordern. Um die Mitte des 15. Jahrhunderts erlebte die Glaskunst von Murano dank Angelo Barovier, einer faszinierenden Künstler-/Wissenschaftlerfigur, einen epochalen Wendepunkt, dem es durch einen wahren alchemistischen Prozess gelang, eine neue Art von Glas zu erhalten, das extrem sauber und in seiner Transparenz dem Kristall so ähnlich war, dass er es selbst kristallklares Glas (später venezianischer Kristall) nannte. Diese neue Entdeckung konnte die farbigen Gläser, die inzwischen zu einer Besonderheit der Murano-Produktion geworden waren, nicht ersetzen, trug aber sicherlich dazu bei, ihre Transparenz auf unglaubliche Weise zu verfeinern.