Paar originale Thonet-Sessel aus der nicht in Großserie hergestellten Produktion von ca. 1870-80. Die wertvollsten originalen Thonet-Möbel sind jene, die in der "Handwerks- und Designphase" der Hochphase des 19. Jahrhunderts gefertigt wurden. Die ersten Modelle, die um die Mitte des Jahrhunderts zuerst in Boppard, dann in Mähren hergestellt wurden, sind Referenzobjekte in der Design- und Möbelgeschichte und von musealer Bedeutung. Die Produktion von 1870 - 80 behält ein beträchtliches künstlerisch-sammlerisches Interesse, da die Produktion noch sorgfältig und limitiert war und mit einer ähnlichen Technik wie bei den Prototypen erfolgte. Die Serienproduktion, die sich Ende des Jahrhunderts und zu Beginn des 20. Jahrhunderts verbreitete, wird als weniger interessant angesehen. Bugholz, Wiener Geflecht. Originaler Brandstempel der Manufaktur. Wien 1870/80 ca. Höhe cm 98, nur Sitzfläche cm 48; Breite 51; Tiefe 47. In sehr gutem Erhaltungszustand und mit Patina.
Geschichte der renommierten Manufaktur Thonet.
In den Jahren um 1830 führt Thonet seine Experimente mit Streifen von Furnier durch, die in kochendem Leim aufgeweicht werden, bevor er die "Bugholzmöbel" erfindet. 1842 beruft Prinz Metternich, beeindruckt vom Talent des Rheinischen Tischlermeister, ihn nach Wien. Hier widmet sich Michael Thonet mit seinen Söhnen der Herstellung von Parkettböden und Möbeln für das Palais Liechtenstein und das Palais Schwarzenberg. Mit der Kreation des Stuhls Nr. 4 für das Café Daum am Kohlmarkt in Wien erobert er bald die Wiener Kaffeehausszene und legt den Grundstein für die Entwicklung des Sektors der Möbel für "Kollektive", d.h. für öffentliche Räume. Mit der Revolution von 1848 verlieren viele Menschen ihren Arbeitsplatz und finden eine andere Beschäftigung in den neuen Fabriken von Thonet, wo Dampfmaschinen in Betrieb sind. Der Erfolg kommt 1859, als die Firma Gebrüder Thonet der Söhne von Michael den Stuhl Nr. 14 aus massivem Bugholz präsentiert, den berühmten "Wiener Stuhl", der heute zu den Ikonen der Designgeschichte zählt. Die Gebrüder Thonet erkennen bald die Notwendigkeit, neue Trends und technische Entwicklungen in ihre Arbeit zu integrieren und sich bestimmte noch im Entstehen begriffene Erkenntnisse zu eigen zu machen. Von Anfang an präsentieren sie ihre Kreationen auf den Industrie- und Handwerksausstellungen der damaligen Zeit. Die mehrsprachigen Kataloge der Firma Gebrüder Thonet tragen dazu bei, die Produkte im Ausland bekannt zu machen, die bald zu Bestsellern werden. So entstehen Verkaufsniederlassungen in den Nachbarländern sowie in weiter entfernten Ländern, bis ein Vertriebsnetz für Thonet-Möbel in der ganzen Welt entsteht. Die Entwicklung einer innovativen Technik zum Biegen von Massivholz (heiß mit Dampf), zunächst durch Kochen des Leims, dann durch Befeuchten mit Wasserdampf, der von einem Autoklaven erzeugt wird, um ihm dann in Metallformen die gewünschte Biegung zu verleihen und ihn durch Trocknen in Öfen wieder zu verfestigen. Dieses letztere Verfahren wurde dann 1842 patentiert. Michael Thonet stirbt 1871 in Wien, und das Geschäft wird von seinen Söhnen weitergeführt. Die wertvollsten originalen Thonet-Möbel sind jene, die in der "Handwerks- und Designphase" der Hochphase des 19. Jahrhunderts gefertigt wurden. Die ersten Modelle, die um die Mitte des Jahrhunderts zuerst in Boppard, dann in Mähren hergestellt wurden, sind Referenzobjekte in der Design- und Möbelgeschichte und von musealer Bedeutung. Die Produktion des letzten Drittels des 19. Jahrhunderts behält ein beträchtliches künstlerisch-sammlerisches Interesse, da die Produktion noch sorgfältig, in der Anzahl begrenzt und mit einer ähnlichen Technik wie bei den Prototypen erfolgte. Das Österreichische Museum für angewandte Kunst in Wien und das Museum der Thonet GmbH in Frankenberg, Hessen, besitzen eine der umfangreichsten Sammlungen originaler Thonet-Stühle.
In Übereinstimmung mit den Bestimmungen des Neuen Kodex für Kulturgüter stellt die Verkaufsgesellschaft gleichzeitig mit dem Verkauf eine detaillierte schriftliche fotografische Garantie für die Originalität und Herkunft der verkauften Werke aus. Die Daten, mit denen die Werke beschrieben werden und die dann in den schriftlichen Garantien enthalten sind, sind ausdrückliche Festlegungen, die das Ergebnis sorgfältiger und dokumentierter technisch/historisch/künstlerischer Untersuchungen, einschließlich Sachverständigengutachten, sind.