17. Jahrhundert, Florentinische Schule
Löwe mit Wappen
Stein, cm 38 x 48
Die vorliegende Skulptur zeigt einen heraldischen Löwen, der stolz ein Wappen hält, das seinerseits aufwendig mit Blasonierung versehen ist. Der Löwe, dargestellt in der Fülle der frühen Reife, mit der Mähne wild gekräuselt und einer prächtigen Charakterisierung der Schnauze, streckt alle Krallen aus, um dem Betrachter in seiner entschiedenen Ausdruckskraft und der Imminenz der Haltung zu zeigen, das Wappen zu betrachten.
Auf dem Schild ist die klassische heraldische Figur eines natürlichen aufrechten Löwen ohne Waffen und ohne Zunge eingemeißelt. Das Tier krümmt entschlossen den Schwanz (in der Heraldik wird es geschwänzt beschrieben), während es mit den Vorderfüßen Stamm und Ast einer vermutlich stilisierten Eiche ergreift; nicht zufällig leitet sich die Definition "aufsteigend" vom lateinischen rapere ab, was den hartnäckigen Akt des Ergreifens von etwas bezeichnet.
Unabhängig von den ikonografischen Vorläufern des aufsteigenden Löwen an einer Pflanze, die in der metaphorischen Kraft der natürlichen Welt zu suchen sind, die auf den Baum des Lebens klettert, die der persischen Welt so lieb sind, stellt die vorliegende Skulptur daher eine doppelte Machtbehauptung dar, da es sich um einen dreidimensionalen heraldischen Löwen handelt, der ein Wappen trägt. Dieser Löwe erinnert daher sehr an den Florentiner Marzocco ("kleiner Mars"), das Tiersymbol der toskanischen Stadt, das in der Antike dank der Wetterfahne auf dem Torre di Arnolfo im Palazzo Vecchio (heute vor dem Salone dei 500 aufgestellt) in das kollektive Bewusstsein gelangte. Nicht zufällig beauftragte die Florentinische Republik anlässlich des Besuchs von Papst Martin V. Donatello (1419-1420) mit der Skulptur des Marzocco-Löwen, der das Wappen von Florenz trägt und auf der Treppe der päpstlichen Gemächer von Santa Maria Novella aufgestellt werden sollte. Der Künstler stellte ihn sitzend dar, genau wie den vorliegenden, von evokativer Majestät. Auch wenn der Donatello-Marzocco später in die passenderen Räumlichkeiten des Museo del Bargello verlegt wurde, erinnert eine Kopie an derselben Stelle auf der Piazza della Signoria, wohin die Werk sofort umgeleitet wurde, noch heute an das Symbol der Florentinischen Republik.
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